7.November 2009, kurz nach Sonnenuntergang: Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) öffnete in Wien, Salzburg und in Graz ihre Pforten für die Lange Nacht der Forschung 2009 und schon strömten die ersten von rund 3000 BesucherInnen ein, um Spannendes aus der Welt des Wetters, der Erdbeben, des Klimas und der Schadstoffausbreitung zu erfahren.
Dass bei allen Stationen stets auch Kinder und Jugendliche anzutreffen waren, zeugt vom Interesse der Jugend an Wissenschaft im Allgemeinen und der Meteorologie und Erdbebenforschung im Speziellen. Auf die Frage, warum denn der Himmel blau sei, kam von einem 7-jährigen Buben wie aus der Pistole geschossen: Aufgrund der Atmosphäre. Diese spaltet das Sonnenlicht in seine Spektralfarben, und Blau wird dabei am meisten gestreut!.
WienWer weiß schon so genau was ein Ultraschallanemometer ist, und wie genau es funktioniert? Oder ob ein Quecksilberthermometer genauer misst als ein elektronisches? Die ZAMG TechnikerInnen erklärten dies wissenschaftlich fundiert und doch für jede und jeden verständlich.
In die Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen blickte man im altehrwürdigen Julius-Hann-Haus. Die ZAMG KlimaexpertInnen präsentierten harte und weiche Fakten über den Klimawandel und beantworteten die wohl spannendste Frage überhaupt: Was oder wer denn nun wirklich Schuld am Klimawandel sei. Über eine der möglichen Folgen das Abschmelzen der Grönland Gletscher nämlich wurde besonders intensiv diskutiert.
Interessante Einblicke in die Gesetze der Ausbreitung von Luftschadstoffen gab es von den UmweltmeteorologInnen der ZAMG. Ein mit verschiedenen Meßgeräten bestückter Fesselballon wurde dabei an einer Winde in den Himmel gelassen.
Natürlich durfte auf der Hohen Warte auch das Thema Wetter nicht zu kurz kommen. Es wurde der Fragen nachgegangen, wie eine moderne Wettervorhersage entsteht - und was die Meteorologie in jüngster Zeit bei Unwetterwarnungen zu leisten im Stande ist.
Ein absoluter Renner vor allem bei Kindern war schließlich der stündliche Wetterballonaufstieg. Wofür man diese 1 ½ m großen Ballone in den Himmel steigen lässt, und wie sie funktionieren, erklärten die ZAMG Techniker im Freien und ernteten stets Applaus wenn wieder einer der Ballone in schnellem Tempo gen Nachthimmel entschwand.
Da neben dem Wetter auch der Erdbebendienst eine der Aufgaben der ZAMG ist, war natürlich auch eine Station dem Thema gewidmet mit einem eigenen Earth Scope, bei dem die Kinder (und auch etliche Erwachsene) ihr eigenes Erdbeben hüpften. Wer danach wissbegierig in die Vorträge der ZAMG SeismologInnen, reinschaute, wurde auch so gleich aufgeklärt, was Erdbeben überhaupt sind und wo diese bevorzugt auftreten weltweit und in Österreich.
SalzburgTrotz frischer Temperaturen strömten auch in Salzburg viele BesucherInnen an die ZAMG Kundenservicestelle in den Freisaalweg. Die interessierten ZuhörerInnen erfuhren, wie Wetterprognosen in Radio und Fernsehen entstehen. Lebhafte Diskussionen gab es vor allem um den Klimawandel. Die ZAMG MeteorologInnen klärten dabei über die wissenschaftlichen Fakten auf und legten drei Szenarien vor, wie das Klima in Salzburg 2050 sein könnte.
Viel zu sehen gab es im Klimagarten, wo man die verschiedenen Messgeräte genauer unter die Lupe nehmen konnte. Die ZAMG MeteorologInnen standen dabei nicht nur Rede und Antwort, sondern animierten die BesucherInnen sich auch selbst als WetterbeobachterInnen zu versuchen.
GrazIn der Kundenservicestelle in Graz war der Andrang so groß, dass bereits um 16 Uhr die ersten Schaulustigen eingelassen wurden. Angelockt von einem 3 mal 2 Meter groß projezierten Satellitenbild wurde den Interessierten Einblick in die Kunst der Wettervorhersage gegeben. Unter Anleitung der ZAMG-MeteorologInnen durfte dann jede und jeder einen eigenen 3-Tage-Wetterbericht für Graz machen.
Neben den unzähligen Fragen der Wissensdurstigen Wieso ist der Himmel blau? Warum ist der Schnee weiß? die von den ZAMG-MeteorologInnen geduldig beantwortet wurden, hatten die ZuseherInnen auch Gelegenheit, ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Bei Gewinnspielen konnten dabei wunderschöne Hochglanz-Satellitenbilder von EUMETSAT und sogar kleine Wetterstationen von Conrad-Elektronik gewonnen werden.