Allgemein

Holzschnitt aus der 'Weltchronik' von Hartmann Schedel, 1493.

"Und der Engel nahm das Rauchfaß und füllte es
mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde,
und Donner folgten, Getöse, Blitze und Beben."
Offenbarung 8,5


Die Erforschung historischer Erdbeben - d.h. von Erdbeben vor 1900 - ist nicht allein von geschichtlichem Interesse. Die Kenntnis des Epizentrums des Erdbebens und die dort aufgetretenen Schäden lassen auf die Stärke des Erdbebens schließen - und in der Folge auf die dort vorhandene Erdbebengefährdung.

Um historische Erdbeben möglichst genau einschätzen zu können ist es notwendig, auf Originalquellen zurückzugreifen. Dafür werden zum Beispiel Annalen, Chroniken, Briefe, Rechnungen und vieles mehr in Archiven und Bibliotheken ausgehoben. Diese Quellen werden unter Berücksichtigung des Zeitgeistes und der gerade gültigen Vorstellung von der Ursache der Erdbeben kritisch analysiert und interpretiert. Dies erfolgt in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Historikern, Geophysikern, Geologen, Philosophen, Sprachwissenschaftlern u.a.



Die Zielsetzung der historischen Erdbebenforschung ist daher mannigfaltig:


Um die enge Zusammenarbeit internationaler Institutionen zur Erforschung historischer Erdbeben überregional zu fördern, wurde bereits 1986 die Arbeitsgruppe "Historical Earthquakes in Central Europe" innerhalb der Europäischen Seismologischen Kommission (ESC) gegründet.

Anlässlich der XXVI Generalversammlung der ESC in Tel Aviv 1998 wurden Christa Hammerl (ZAMG/ Wien) und Massimiliano Stucchi (INGV/ Mailand) als Vorsitzende der neu eingerichteten Arbeitsgruppe "Historical Seismology" gewählt. Nach vier erfolgreichen Workshops in Italien/ Macerata, Portugal/ Lissabon, Österreich/ Wien und Italien/ Genua wurden Paola Albini (INGV/ Mailand) und Peter Labak (Geophysical Institute/ Slovak Academy of Sciences) als neue Arbeitsgruppenleiter vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde in der Sitzung der SC-A (Seismology) während der XXVIII Generalversammlung der ESC in Genua im September 2002 zur Abstimmung gebracht und angenommen.